Die endoskopische Unterdrucktherapie ist ein etabliertes und häufig lebensrettendes Verfahren zur Behandlung von Verletzungen der Speiseröhre – etwa nach Perforationen oder Rupturen. Das Prinzip ist einfach: Ein am Endoskop geführter Schwamm wird an die Defektstelle positioniert und über eine Sonde mit einem kontinuierlichen Unterdruck verbunden. Dieser reinigt die Wunde, fördert die Durchblutung und schließt den Defekt schrittweise von innen.
So klar das Prinzip ist – die Vermittlung und Demonstration der Behandlung ist herausfordernd. Der Ablauf findet endoskopisch, also im Körperinneren statt und ist von außen kaum sichtbar. Zusätzlich sind mehrere Instrumente in einer präzisen Reihenfolge zu koordinieren. Klassische Formate wie Videos oder Broschüren stoßen dabei an ihre Grenzen; Trainingssituationen an Patient:innen oder am Präparat sind aufwendig, teuer und nicht beliebig wiederholbar.
Der im Rahmen von ISI entstandene AR-Demonstrator adressiert genau diese Lücke. Auf einem Tablet wird ein physischer Torso-Dummy per Augmented Reality um die relevante Anatomie – Speiseröhre und Magen – ergänzt. Anwender:innen können ein virtuelles Endoskop entlang der anatomischen Achse durch die Speiseröhre bewegen, das mitgeführte Licht und die Kamerasicht steuern und den Greifer öffnen und schließen. Parallel zur Außenansicht auf den Dummy zeigt eine synchronisierte Endoskopieansicht das, was die Kamera im Körperinneren „sieht". Damit werden die räumlichen Verhältnisse und Bedienschritte, die in der realen Behandlung verborgen bleiben, nachvollziehbar dargestellt.
Der Demonstrator lässt sich auf Messen, Fachveranstaltungen und in Schulungssituationen einsetzen – ohne Patient:innenrisiko, ortsunabhängig und beliebig oft wiederholbar.
Neugierig?
Falls Sie eine Vorführung bei uns im Büro erleben möchten, so kontaktieren Sie uns bitte. Alternativ können Sie sich gerne den Quellcode des Use-Case auf Github ansehen: